Bernd Vasari - © WZ
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Der Neonazi-Angriff auf das Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) ging glimpflich zu Ende, wenn man bedenkt, dass sich an gewöhnlichen Sonntagen nicht 70, sondern etwa 10 Menschen im EKH befinden. Gegen 30 bewaffnete Rechtsradikale hätte man sich wahrscheinlich nur schwer durchsetzen können. Weniger glimpflich waren hingegen die Reaktionen auf den Vorfall, wo man überwiegend von rabiaten Hooligans sprach. Dass es sich hier aber um eine gezielte rechtsextreme Aktion handelte, schien weniger wichtig. Manche Zeitungen titelten gar mit "Wie gefährlich sind die Fußballfans?" Da hätte man gleich schreiben können "Wie gefährlich sind Männer?" oder "Wie gefährlich sind Wiener?" Dass es sich ganz eindeutig um einen rechtsextremen Gewaltakt gehandelt hat, von Personen, die dem Verfassungsschutz einschlägig bekannt sind, wird unter den Tisch gekehrt und als Aktion frustrierter Fußballfans verniedlicht. Doch es handelt sich um keine Lappalie. Österreich muss klar Flagge zeigen, dass solche Gruppierungen nicht geduldet werden.

Ernst Kirchweger war übrigens das erste Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Österreich nach 1945. Bei einer Demonstration gegen einen antisemitischen Uni-Professor im Jahr 1965 wurde er von einem Rechtsextremisten und Mitglied des Rings Freiheitlicher Studenten niedergeschlagen. Drei Tage später erlag er seinen Verletzungen.