Ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Privaten - Ausgrenzung ist Teil unseres sozialen Miteinanders. Wohl besser gesagt: des asozialen Miteinanders. Mobbing ist ein besonders krasses Beispiel für bewusste soziale Ausgrenzung. Auch als Disziplinierungsmaßnahme wird sie genutzt. So sollen unangenehme oder unkooperative Menschen, indem man sie ausgegrenzt, bewusst in die Schranken gewiesen werden. Dass dies nicht immer so vor sich geht, haben nun Forscher der Universität Zürich herausgefunden. Soziale Ausgrenzung sei nämlich häufig ein unbeabsichtigter Nebeneffekt. Dieser entstehe dann, wenn sich Personen zusammenschließen, die in früheren Situationen schon positive Erfahrungen als Gruppe gemacht haben, sprich: gut im Team zusammenarbeiten konnten.

"Die Tendenz, zu wiederholen, was gut funktioniert, ist ein Grundaspekt der menschlichen Psychologie. Er bewirkt, dass wir an einer zufriedenstellenden Gruppenzusammensetzung festhalten", erklärt Björn Lindström. Cliquen in Schulklassen halten häufig über Jahre. Ebenso lange dauert es allerdings auch manchmal, bis wir erkennen, dass der Kollege ein paar Büroräume weiter eigentlich auch sehr sympathisch ist.

Die Erkenntnis der Wissenschafter birgt eine Chance. Nämlich Ausgrenzungstendenzen zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Ob es unser eigenes Tun ist, oder wir Beobachter von Gruppendynamiken sind. Handeln kann das Blatt von asozial zu sozial recht rasch wenden.