In Österreich war es 1985 die SPÖ, die als erste der nun im Nationalrat vertretenen Parteien eine Frauenquote beschloss. In der vergangenen Legislaturperiode unterschritt sie mit 33 Prozent das eigene 40-Prozent-Ziel deutlich, derzeit sind es 48 Prozent. Geschlechterparität erreichen momentan einzig die Neos. Die wenigsten Frauen im Nationalrat stellen die Freiheitlichen (24 Prozent), die dadurch den Durchschnitt des Hauses auf 37 Prozent drücken.

Gesetzliche Parität

Noch weniger Frauen sind im Deutschen Bundestag vertreten, bedingt durch den Einzug der rechtspopulistischen AfD und der liberalen FDP. In Berlin gilt wie in Wien keine Quotenregelung. Gegner eines entsprechenden Gesetzes meinen, dieses kollidiere mit dem Anti-Diskriminierungsgesetz und mit dem Recht auf Gleichbehandlung, greife in die Wahl- und Parteienfreiheit ein.

Auf Ebene der Bundesländer schert jedoch Brandenburg mit dem sogenannten Paritätsgesetz aus: Ende Jänner beschloss die Regierung aus SPD und Linkspartei mit Unterstützung der oppositionellen Grünen, dass Wahllisten gleichermaßen von Frauen und Männern besetzt sein müssen. Von der Regelung unberührt bleiben die Aufstellung von Direktkandidaten in den Wahlkreisen sowie - noch zu gründende - Männer- oder Frauenparteien. Wer sich nicht mit dem Gesetz anfreunden kann, muss dies trotzdem bis 2022 tun. Dann tritt die Novelle in Kraft.

Rückenwind erhält dieses als links geltende Thema durch eine Konservative. CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will, dass der selbst gesetzte - aber unverbindliche - Frauenanteil von 30 Prozent im Bundestag eingehalten und später auf 50 Prozent erhöht wird. Sie habe viel zu oft das Vorurteil gehört, dass wegen irgendwelcher Quoten Frauen auch ohne Qualifikation vorankämen, sagt Kramp-Karrenbauer. Dem setzt sie entgegen: "Ich bin eine Quotenfrau."