FPÖ-Tschürtz: "Wenn die Partei ihn ruft"

Dass sich Doskozil energisch der Arbeit im Burgenland widmen wird, beteuern die meisten, die ihn parteintern kenne. Ist der Landeshauptmann-Sessel wirklich der Höhepunkt von Doskozils Karriere? Seitdem Umfragen ihn im Wählervertrauen auf Platz zwei hinter ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz sahen, wird über eine Rückkehr des Burgenländers in die Bundespolitik oder gar an die Parteispitze spekuliert. Hat er im Innersten Ambitionen?

"Ich denke, das verhält sich eher umgekehrt: Doskozil will intensiv im Burgenland gestalten. Aber wenn in eineinhalb, zwei Jahren die Bundespartei ihn ruft, weil Frau Rendi-Wagner am Ende ist, könnte ich mir vorstellen, dass er es macht", sagt FPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz. "Hier gibt es keine Diskussion", lässt Doskozils Büro wissen. Pamela Rendi-Wagner sei Bundesparteivorsitzende und Doskozil habe sich "ganz klar für das Burgenland entschieden".

Die Vorstellung, dass Doskozil als Landeshauptmann wie auch in der Vergangenheit öfter gegen die Linie der Bundespartei schießen könnte, beunruhigt viele Genossen. Dennoch: An die Koalition mit der FPÖ haben sich auch die kritischen Stimmen inzwischen gewöhnt. Sehen sie Doskozil selbst als Rechtsausleger an?

Als eine seiner letzten Amtshandlungen als Verteidigungsminister gab Doskozil 2017 dem Linzer FPÖ-Vizebürgermeister Detlef Wimmer sein OK, wieder als Offizier im Bundesheer Fuß zu fassen. Wimmer war zuvor persönlich an Doskozil herangetreten. Jahrelang hatte das Abwehramt des Bundesheers dem FPÖ-Politiker die Offiziersausbildung verunmöglicht - wegen "Kontakten zu verfassungsfeindlichen Proponenten". Gemeint war eine Nähe zu rechtsextremen Kreisen in Oberösterreich. Hierzu wollte oder konnte Doskozil am Freitag keine Auskunft geben.