Linz/Wien. In Oberösterreich atmete die Bevölkerung in Schärding angesichts sinkender Pegelstände des Inns an der oberösterreichisch-bayrischen Grenze am Mittwoch schon auf. Dafür sorgten die Hochwasser führenden Flüsse im Oberlauf der Donau im Laufe des Tages für Hochwasseralarm und kritische Situationen an der Donau in Niederösterreich. In Wien wurde ein Badeverbot für die Neue Donau verhängt.

Gründe für diese Maßnahme waren die starke Strömung und eine Verschlechterung der Wasserqualität. Die Wehrfelder wurden geöffnet, damit Wasser in die Neue Donau fließen kann. Treppelwege wurden überflutet. Wie bei Donauhochwasser üblich, wurden laut Magistratsabteilung 45 der Stadt Wien wieder rote und gelbe Fahnen entlang der Neuen Donau gehisst. Baden, Wassersport und Bootfahren sind damit verboten. Die Dauer des Verbots war vorerst nicht abzusehen.

Entlang der Donau in Niederösterreich gab es Hochwasseralarm. Das betraf beispielsweise auch die Wohnsiedlung in Kritzendorf bei Klosterneuburg wenig Kilometer stromaufwärts von Wien. Im nahen Korneuburg wurde in der Früh ein Pegel von 6,12 Meter gemessen, danach sank er leicht. Zum Vergleich: Normal beträgt der Wasserstand der Donau dort 2,5 Meter. Besonders betroffen war auch der Bezirk Tulln.

1,2 Milliarden Euro für
Schutz in Niederösterreich

Dramatisch war die Lage in Krems. Dort wurde eine schwimmende Tankstellenplattform in der Donau durch Treibgut zum Kentern gebracht. Die Plattform mit 12.000 Liter Tankinhalt konnte zunächst nur gesichert werden, die Tanks seien aber vorerst dicht geblieben, hieß es von Seiten der Stadt Krems. Im Landhaus in St. Pölten rechnete Niederösterreichs Landeshautfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gleichzeitig vor, dass seit dem großen Hochwasser im Jahr 2002 immerhin 1,2 Milliarden Euro im gesamten Bundesland in den Hochwasserschutz investiert worden seien.

In anderen Bundesländern wie im Burgenland, in der Steiermark, in Kärnten und in Oberösterreich waren die Feuerwehren nach dem Nachlassen des Regens in den vergangenen Tagen hingegen bereits mit den umfangreichen Aufräumarbeiten beschäftigt. Vorarlberg war zunächst nur von lokalen Überflutungen betroffen gewesen.

In Oberösterreich verzeichnete das Landesfeuerwehrkommando seit vergangenem Samstag den Einsatz von insgesamt 3800 Feuerwehrleuten, die bei rund 200 Einsätzen ausrücken mussten. Neben Maßnahmen zum Hochwasserschutz mussten vor allem Keller ausgepumpt werden und Verklausungen an Flüssen beseitigt werden.(ett/red.)