Sie werden für administrative Tätigkeiten eingesetzt und bei der Nachverfolgung von Corona-Verdachtsfällen. Insgesamt 15 frühere Langzeitarbeitslose haben damit seit 1. September eine sinnvolle Tätigkeit als Corona-Helfer in Kärnten gefunden. Wie Gerd Kurath, der Sprecher des Kärntner Corona-Krisenstabes, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" verrät, sollen in einem zweiten Projekt demnächst weitere 30 Personen für das Land Unterstützung bei der Bewältigung der Corona-Krise leisten.

In Kärnten wird damit das umgesetzt, was sich manche Österreicher schon länger fragen: Warum wird nicht ein Teil der rund 420.000 offiziell beim Arbeitsmarktservice (AMS) beschäftigungslos gemeldeten Personen, die bildungsmäßig befähigt sind, für die Unterstützung der Gesundheitsbehörden eingesetzt, die österreichweit über fehlendes Personal klagen? In Wien wird das fehlende Personal zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden als Hauptgrund dafür genannt, warum Menschen mit Corona-Verdacht zunächst so lange auf Tests und anschließend auf Ergebnisse warten müssen.

In Kärnten sind 15 Personen nach früherer längerer Arbeitslosigkeit genau für derartige Tätigkeit seit 1. September im Einsatz. Die – ehemaligen – Langzeitarbeitslosen sind zwar nicht beim Land Kärnten, aber bei einem dafür eingerichteten Verein angestellt, für die Tätigkeit gibt es eine Förderung des Arbeitsmarktservice. Ganz ohne Probleme ging es zum Start zwar nicht, denn von den 15 Arbeitslosen sprangen am ersten Tag zwei kurzfristig ab. Allerdings wurde das Kontingent wieder auf die ursprünglich vorgesehene Zahl 15 aufgestockt, wird von Seiten des Landes Kärnten erläutert. Sie werden seither bei administrativen Tätigkeiten und bei der Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen eingesetzt. Diese Arbeit ist mit Ende des kommenden Jahres zeitlich befristet. Dabei kämen Arbeitslose mit früheren ganz unterschiedlichen Jobs zum Einsatz, sie müssten nach dem zuvor erstellten Anforderungsprofil über eine bestimmte Ausbildung verfügen und auch bis zu einem bestimmten Grad belastbar sein.

Nun auch für Wiedereinsteigerinnen ins Berufsleben

Mittlerweile sind bereits die Vorbereitungen für ein ähnliches, zweites Projekt im Laufen. Dabei sollen insgesamt 30 weitere Personen als Corona-Helfer für die Gesundheitsbehörden zum Einsatz kommen. Dabei werden auch Wiedereinsteigerinnen, das sind vor allem Frauen, die ins Berufsleben zurückkehren wollen, zumindest vorübergehend als Corona-Helfer eine Anstellung finden. Die entsprechenden Unterlagen stehen auf Landesebene vor der Unterzeichnung, erklärt der Sprecher des Krisenstabes. Unabhängig davon haben auch die Magistrate in Klagenfurt und Villach insgesamt sechs Personen zur Unterstützung bei Corona-Fällen beschäftigt, wie er hinzufügt.

In Wien wird dringend zusätzliches Personal angesichts der massiv steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen gesucht. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat im "Standard" dafür eine Entlohnung in Höhe von 1.800 Euro brutto im Monat in Aussicht gestellt. Auch in Wien möchte die Stadt speziell ältere Arbeitslose über 50 Jahren als Corona-Helfer für die Gesundheitsbehörden einsetzen.