Acht Monate nach dem ersten Lockdown versucht Gesundheitsminister Rudi Anschober jetzt, eine der Schwachstellen bei der Bekämpfung der Corona-Epidemie auszumerzen. Es geht um das Epidemologische Meldesystem (EMS), in das die Daten über die Corona-Fälle und die Ausbreitung des Virus eingegeben werden müssen. In der jüngeren Vergangenheit haben sich die Probleme bei der Eingabe gehäuft, weshalb Experten bereits geklagt haben, dass wegen verzerrter Daten vor allem auch die wichtigen Prognosen für die Zukunft immer schwieriger würden. An diesem Sonntag nimmt das Gesundheitsministerium das System vom Netz, um eine Wartung vorzunehmen.

Anschober war zuletzt mit wachsender Kritik konfrontiert, weil das EMS nicht bereits in jenen Monaten im Sommer mit deutlich weniger Corona-Fällen nachjustiert worden ist. Allein in den vergangenen Tagen konnte Daten nicht rechtzeitig eingegeben werden, hunderte Daten konnten daher erst mit Zeitverzögerung im Meldesystem aufscheinen. Ausgerechnet vor dem zweiten Lockdown ab Dienstag dieser Woche bis 6. Dezember bleibt dem Gesundheitsressort  kaum mehr Anderes übrig, als das Meldesystem nachzurüsten.

Wartungsarbeiten notwendig

Um 8 Uhr kündigte Anschobers Gesundheitsministerium daher an, dass das Epidemologische Meldesystem "aktualisiert" werde. In der Zeit von 9 bis 12 Uhr finden Wartungsarbeiten statt. Dies sei notwendig, weil das EMS schon seit zehn Monaten "dauerhaft in Betrieb" sei, teilte das Gesundheitsressort in einer Aussendung mit. Die Zeit sei gewählt worden, weil hier das geringste Datenaufkommen zu erwarten sei.

Mit dem EMS wurden auch die jüngsten Rekordwerte an Corona-Neuinfektionen mit mehr als 9000 Fällen registriert. Während der Wartungsarbeiten können keine Labormeldungen über Corona-Tests oder Arztmeldungen  übermittelt werden. Nach den Wartungsarbeiten könne der Regelbetrieb der Gesundheitsbehörden wie gehabt fortgesetzt werden, sicherte das Gesundheitsministerium zu. (ett)