Das waren noch Zeiten. In nur 13 Wochen wurde die Brücke von der Enns an der oberösterreichisch-niederösterreichischen Grenze über die Donau nach Mauthausen ins Mühlviertel geschlagen. Das war im Jahr 1501, also vor einem halben Jahrtausend. Die Holzbrücke auf 125 Piloten über den Strom war eine bautechnisch-handwerkliche Meisterleistung, nachdem der damalige Ennser Stadtrichter, de facto der Bürgermeister, im Jahr davor nach Augsburg gepilgert war, um sich von Kaiser Maximilian den Sanktus für das Projekt zu holen.

Im neuen Jahrtausend dauert allein die Diskussion um die Errichtung einer neuen Donaubrücke unterhalb der bestehenden, überlasteten bei Mauthausen bereits rund 13 Jahre. Was die 13 Wochen Bauzeit betrifft, so können davon die Landesbaudirektionen nur träumen. Jetzt rückt immerhin das Bauvorhaben seiner Realisierung ein großes Stück näher. Denn im Juli wird ein überarbeiteter Plan für die neue Donauquerung zwischen der Bundesstraße B3 im oberösterreichischen Mühlviertel und der B123 im niederösterreichischen Mostviertel zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht, wie Niederösterreichs Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) wissen ließ. Für die gestiegenen Kosten von 168 Millionen aufgrund der geänderten Trasse ist außerdem noch das grüne Licht notwendig, das im niederösterreichischen Landtag am 7. Juli gegeben wird. Der Baubeginn der Brücke rund 700 Meter unterhalb der bestehenden ist 2024 vorgesehen.

Oberösterreich zahlt etwas mehr als Niederösterreich

Mit ein Grund für das Hin und Her ist, dass für das Verkehrsprojekt, mit dem auf den weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens reagiert wird, zwei Bundesländer zuständig sind. Das Land Oberösterreich übernimmt 55 Prozent der Kosten, Niederösterreich steuert 45 Prozent bei. Neben zwei Fahrstreifen sind ein Radweg und ein Gehweg geplant. Mehr als ein Dutzend Trassenpläne hat es gegeben, geworden ist es nunmehr der 13. Wenn die neue Donaubrücke für den Verkehr freigegeben ist, wird die bestehende Brücke zwischen Enns und Mauthausen saniert und die Zufahrten umgebaut.

Kein Bauprojekt, das nicht eine Bürgerinitiative auf den Plan ruft. In diesem Fall wehrt sich Ennsdorf in Niederösterreich, wo die Kraftfahrzeuge dann weiter in Richtung Westautobahn (A1) geführt werden soll. Denn innerhalb von nur einem guten Jahrzehnt werden rund 4.000 Fahrzeuge mehr prognostiziert. Derzeit sieht es so aus, dass es bei der geplanten Variante bleibt, wie auch der Verkehrslandesrat zuletzt deutlich machte.