Wien.

"Stronach ist der Garant, dass es keinen FPÖ-Kanzler geben wird", sagt Mitstreiter Faul. - © ......
"Stronach ist der Garant, dass es keinen FPÖ-Kanzler geben wird", sagt Mitstreiter Faul. - © ......
Am kommenden Donnerstag lässt Frank Stronach die Katze aus dem Sack. Unter dem Titel "Frank Stronach - Neue Werte für Österreich" präsentiert der politische Späteinsteiger "seine Lösungsvorschläge für Österreich".

Offen ist, ob Stronach dann auch mit Neuigkeiten zu seinem Team aufwarten wird. Dieses umfasst, soweit bekannt, drei ehemalige BZÖler und zwei Ex-SPÖler, davon sind vier im Nationalrat (ab fünf Mandataren von einer Wahlliste wäre Klubstatus möglich). Gerüchte, wonach die Zusammenarbeit zwischen ehemaligen Freiheitlichen und ehemaligen Sozialdemokraten - die sich im Parlament seit Jahren heftigst bekriegen - nicht gerade friktionsfrei verläuft, werden eifrig dementiert. "Wir sind total harmonisch unterwegs", sagt Ex-BZÖler Robert Lugar zur "Wiener Zeitung". Das Programm - von dem bis Donnerstag natürlich nichts verraten wird - habe man einstimmig beschlossen.

"Das Programm lässt für jeden Platz"


Lugar in Harmonie mit Ex-Sozialdemokraten vereint? Für ihn kein Problem, als politische Vorbilder gibt er auf der Parlamentshomepage schließlich auch "Bruno Kreisky und Jörg Haider" an. "Haider wollte ich schon rauslöschen lassen, wegen der ganzen Skandale, aber das geht offensichtlich nicht", so Lugar.

Auch Christian Faul, streitbarer Ex-SPÖ-Nationalratsabgeordneter, Neo-Mitkämpfer von Stronach und selten um einen deftigen Spruch verlegen, bezeichnet Gerüchte über Reibereien als "Fehlaussage". Für ihn ist eine Zusammenarbeit mit ehemaligen politischen Gegnern kein Problem: "Die Ideologie kann man niemandem aus dem Herzen prügeln, aber das Programm lässt für jeden Platz." Daher will er auch im Team Stronach für sozialdemokratische Ideen kämpfen, denn auch außerhalb der SPÖ fühlt er sich "Arbeitern und Pensionisten verpflichtet".

"Farbenlehre sollte keine Rolle mehr spielen"


Team Stronach als Arbeiterpartei? "Stronach ist immer ein Arbeiterkind geblieben. Als die Verstaatlichte total versagt hat, hat er bei uns in Weiz 8000 Jobs geschaffen", sagt Faul. Für ihn ist Stronach jedenfalls "der Garant dafür, dass es keinen FPÖ-Kanzler geben wird. Das wäre für mich undenkbar."

Der zweite Ex-SPÖler im Team ist Gerhard Köfer. Auch dieser will nichts von internen Reibereien wissen. Aber er lässt zumindest anklingen, dass ihm die Zusammenarbeit mit Ex-Orangen nicht wirklich behagt. "Sollte es im Nationalrat einen Klub geben, der aus BZÖ-Abgeordneten besteht (wofür zwei weitere BZÖ-Nationalratsabgeordnete die Fronten wechseln müssten, Anm.), werde ich nicht beitreten, sondern unabhängiger Abgeordneter bleiben", so Köfer.

Für Stronach will der Spittaler Bürgermeister bei der nächsten Wahl in den Kärntner Landtag einziehen. Hier hat Köfer wesentlich weniger Berührungsängste. In seinem Team seien Personen aus allen Parteien, denn "Farbenlehre sollte keine Rolle mehr spielen". Auch mit dem Klubzwang will Köfer aufräumen: "In unserer Landesgruppe werden wir das freie Mandat leben." Wie dies auf Bundesebene gestaltet werde, sei Entscheidung von Frank Stronach.