"Wiener Zeitung":Sie haben den Einzug in den Nationalrat in der Tasche. Wie fühlen Sie sich?

Matthias Strolz: Ich bin überglücklich. Was uns gelungen ist, hat seit 68 Jahren niemand geschafft. Eine Bürgerbewegung - aus dem Volk kommend - schafft aus dem Stand den Einzug ins Hohe Haus. Besonders freut mich das Ergebnis in Vorarlberg, wo wir fast überall die 10-Prozent-Marke überschritten haben.

Werden Sie Koalitionsbedingungen stellen, falls man Sie fragt?

Zwar könnte sich eine rot-schwarze Koalition ausgehen, aber eine Koalition der Verlierer macht keinen schlanken Fuß, das wäre ein fatales Signal. Es gibt drei Bedingungen für eine Mitwirkung an einer Koalition: Es muss in der Bildung ein großer Sprung gelingen. Vieles wird ja in Gesprächen ohnehin außer Streit gestellt, daher bin ich für eine maximale Kraftanstrengung. In der Parteienfinanzierung braucht es eine Schubumkehr. Österreich gibt pro Kopf 13 Mal mehr staatliche Förderung an seine Parteien als Deutschland. Und drittens muss die Steuerabgabenquote sinken. Den Menschen muss wieder mehr Geld in der Tasche bleiben.

Sie haben kurz vor der Wahl den Bauunternehmer Hans-Peter Haselsteiner als Ministerkandidaten ins Rennen geschickt. Würde er tatsächlich ein Ministeramt annehmen? Und wie steht es mit Ihnen?

Wenn wir in einer Koalition sind, werden Haselsteiner und ich dabei sein.