"Ich will Zusammenhänge erkennen und verstehen, zum Beispiel wie Flugzeuge funktionieren", sagt Valeria Plohovich, Studentin der Technischen Physik. Sie ist ihrem Bruder in ein technisches Studium gefolgt. Gute Jobaussichten gepaart mit Vorbildern motivieren Frauen, sich für ein Mint-Fach zu inskribieren. Doch die Role Models sind rar gesät, und wenn es sie gibt, wird ihnen Ruhm - wie etwa in der Informatik - oft vorenthalten.

"Ich dachte immer, ich bin zu dumm für Mathe"
Aleks Pantic hat die Liebe zur Naturwissenschaft spät entdeckt: "Mich hat früher alles abgeschreckt, was mit Mathe und Chemie zu tun hat", sagt die 34-Jährige, die seit 2012 an der Boku Molekular- und Lebensmitteltechnologie studiert. "Ich dachte immer ich bin zu dumm, das geht in mein Hirn nicht rein", sagt Pantic. Heute weiß sie: Es geht.

Auf die Idee, Lebensmitteltechnologie zu studieren, brachte sie Erich Roth, emeritierter Professor für Biochemie und Mikrobiologie an der Medizinischen Universität Wien. Als sie ihm von ihrer Idee erzählte, nach ihrem Studium der Sozialwissenschaften Ernährungswissenschaften zu studieren sagte er: "Jetzt mach’ einmal was G’scheites, dann bist du Spezialistin, eine Fachkraft."

"Erfolg ist die beste Rache"
Frauen brauchen mehr positive Bestärkung und Männer mehr negative Bestärkung: Diesen Schluss zieht auch Joel Lovell. Die Journalistin der "New York Times" hatte in den 1970er Jahren in Yale Physik studiert. Nachdem der ehemalige Harvard-Direktor Larry Summers 2005 sagte, "genetische Unterschiede (zwischen weiblichen und männlichen Naturwissenschaftern, Anm.) können nicht ausgeschlossen werden", kehrte Lovell an ihre alte Fakultät zurück und befand: Die Situation für Studentinnen hat sich in den vergangenen 40 Jahren nicht verbessert, vielmehr habe sich der Druck, konventionell-weiblichen Klischees zu entsprechen, erhöht. Wie widersetzt man sich? "Wir pfeifen uns nichts", so eine Doktorandin, die Lovell in Yale traf, und: "Erfolg ist die beste Rache."