Peter Sykora muss lachen. Dafür reicht die Frage, wie es um die Mediennutzung in der Schule generell so bestellt sei. Er ist Direktor einer Volksschule im achten Wiener Gemeindebezirk. "Wir waren am Anfang wirklich euphorisch", berichtet Sykora.

"Ende der 1990er Jahre gab es eine große Initiative, bei der alle Wiener Schulen flächendeckend mit Computern ausgestattet wurden. Das Wiener Bildungsnetz wurde ins Leben gerufen und man hat wirklich versucht, vorne mit dabei zu sein. Jetzt würde ich die Stimmung eher als schaumgebremst beschreiben."

Seit den euphorischen Anfängen hat sich nicht viel getan. Die Computer sind heute veraltet. "Man überlegt zweimal, ob man das Gerät wirklich einschalten will, weil man berechtigte Zweifel hat, dass die Lernsoftware darauf läuft", sagt Sykora.

Das Ideal sieht anders aus: "Schulbibliotheken sind zu Netzwerkknoten der analogen und digitalen Medienkommunikation geworden. Schon Kinder in der Grundschule können lernen, einfache Animationen herzustellen und multimedial Geschichten zu erzählen und das Radio als Lernform nutzen", heißt es aus dem Bundesministerium für Bildung und Frauen (bmbf).

Ob dieses Potenzial auch genutzt werden kann, hängt derzeit vom Engagement der Lehrer ab: "Wir haben in diesem Land keine Gewissheit, dass unsere Kinder an den Schulen den Umgang mit den modernen Medien lernen", sagt Barbara Buchegger, Wissenschaftlerin am Österreichischen Institut für Angewandte Telekommunikation ÖIAT und pädagogische Leiterin der Initiative Saferinternet.at. Von dieser Initiative, die von EU-Kommission, bmbf und NGOs unterstützt wird, gehen zahlreiche Impulse für die Jugend- und Erwachsenenbildung im Bereich digitale Medien aus.

Querschnittsmaterie Medienbildung

Medienbildung ist in Österreich eine so genannte Querschnittsmaterie, die Teil anderer Fächer und Unterrichtsinhalte sein soll. Grundlage ist der "Grundsatzerlass für Medienerziehung" des Unterrichtsministeriums aus dem Jahr 2001, zuletzt aktualisiert 2012.

"Der fachliche Unterricht sollte so mit überfachlichen (Medien-) Kompetenzen verbunden werden, dass daraus Handlungskompetenz entsteht", erklärt das bmbf. Für Lehrer entsteht aus diesem Erlass keine Verpflichtung, werden Medien oder gar digitale Medien in den Unterricht eingebaut, geht dies meist auf das Engagement einzelner Lehrer zurück:

"Es kann vorkommen, dass Kinder schon fünfzehn sind, wenn sie das erste Mal an der Schule mit Computern zu tun haben, es gibt aber auch Schulen, die entsprechenden Unterricht anbieten. Das hängt vom Willen und von den Fähigkeiten der Lehrer ab", berichtet Buchegger.