Sie erhalten von der Behörde eine Bescheinigung, dass sie keine Arbeitserlaubnis brauchen, den Job müssen sie selbst suchen. Dennoch verlieren sie während des Verfahrens nicht den Anspruch auf Unterkunft und finanzielle Hilfe durch den Staat. Spannend: Seit 2008 können Asylwerber, die einen rechtskräftigen Ausweisungsbescheid haben, noch innerhalb von zwei Wochen eine Arbeitsgenehmigung beantragen, also vom Asylwerber per Inlandsantragstellung zum Arbeitsmigranten werden. Voraussetzung ist, dass derjenige seit mindestens vier Monaten bei demselben Arbeitgeber beschäftigt war und dieser ihm weitere zwölf Monate Arbeit zusichert.

Kein "Pull"-Effekt in Schweden feststellbar

Einer der Hauptgründe, warum sich die österreichische Politik so gegen eine Arbeitserlaubnis für Asylwerber wehrt, ist die Angst vor einem "Pull"-Effekt - also dadurch einen Anreiz zu schaffen, Arbeitsmigranten über die Schiene des Asyls ins Land zu locken. Diese Erfahrung haben die Schweden nicht gemacht, erklärt Magnus Skarbo von der schwedischen Migrationsbehörde: Dadurch, dass die Ausnahme für Asylwerber von der Arbeitsgenehmigung nur für die Dauer des Verfahrens gelte, habe man damit keinen großen Anreiz geschaffen, um Asyl anzusuchen. Auf der anderen Seite sei die Zahl jener abgewiesenen Asylwerber, die um eine permanente Arbeitsgenehmigung ansuchen, durch die Neuregelung seit 2008 gestiegen. Allerdings lasse sich davon nicht ableiten, dass die Zahl der Asylweber dadurch gestiegen sei, sagt er.