Grundsätzlich ist das Wahlrecht dort auszuüben, wo man hauptgemeldet ist. Es muss daher stets begründet werden, warum dies nicht möglich ist. Für Österreicher im Ausland sowie Personen mit Behinderung hat der Gesetzgeber jedoch die Möglichkeit eines Abonnements in die Verfassung geschrieben. Sie erhalten vor jeder Wahl automatisch Wahlkarten geschickt.

Mittlerweile ist es notwendig, dass am Wahltag alle Wahlkarten eingetroffen sein müssen. Es gibt keine Nachfrist mehr wie früher. Das hat in der Vergangenheit nicht nur dazu geführt, dass das Endergebnis erst Tage später feststand, sondern öffnete auch die Möglichkeit, die Stimme nach dem Schließen der Wahllokale (und Kenntnis der Hochrechnungen) abzugeben.

Es obliegt daher den Briefwählern, einzuschätzen, wie lange der Postweg dauern wird. Innerhalb Österreichs ist jedenfalls auch eine Wahl am Samstag bis 9 Uhr noch möglich. An jenem Tag nämlich wird es noch eine Sonderentleerung der Post 23 bei 15.500 Briefkästen geben. Die Kosten dafür trägt das Innenministerium.

Unterschrift nicht vergessen

Mit Wahlkarte muss allerdings nicht unbedingt postalisch gewählt werden, man kann sie auch in einem Wahllokal abgeben, wenn man seine Wahlentscheidung erst spät trifft und gewährleisten will, dass der Brief nicht zu spät einlangt. Wer kurzfristig - trotz Antrags auf eine Wahlkarte - doch in dem ihm oder ihr zugeteilten Wahllokal wählen will, muss unbedingt seine unausgefüllte Wahlkarte mitnehmen. Sie wird dann gegen einen Stimmzettel eingetauscht.

Abgesehen von der Dauer des Postwegs ist bei der Briefwahl auch das richtige Ausfüllen der Wahlkarte zu beachten. Ein Datum muss zwar nicht mehr eingetragen werden, was in der Vergangenheit immer wieder vergessen wurde und die Stimme deshalb als nichtig erklärt werden musste. Nach wie vor muss die Wahlkarte jedoch unterschrieben werden.

Das bedeutet aber nicht, dass damit das Wahlgeheimnis fällt. Die Richtigkeit wird zunächst geprüft, dann der verschlossene Stimmzettel aus dem Umschlag genommen und an die Wahlbehörde weitergeleitet. Daten, wie viele Wahlkarten verspätet eintreffen, führt das Innenministerium nicht, allerdings müssen jedes Mal im niedrigen einstelligen Prozentbereich Wahlkarten für ungültig erklärt werden. In erster Linie, weil die Unterschrift fehlt. Sollte es am 24. April sehr knapp zugehen, könnten freilich genau diese paar tausend fehlerhaften Stimmen entscheiden.

Informationen zur Briefwahl
für die Bundespräsidentenwahl: http://www.help.gv.at