Wien. Der kostenlose Besuch eines Eislaufplatzes oder eines Schwimmbades war bisher nur öffentlichen Schulen vorbehalten. Private Schulen mussten selbst bezahlen, was insbesondere die Wiener ÖVP kritisiert hatte. ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb sprach im Jänner sogar von "klassenkämpferischen Uraltansichten der Stadtregierung".

Nun wurde von der Stadtregierung im entsprechenden Ausschuss beschlossen, dass das Geld für Eislaufen und Schwimmen künftig allen Schulen zur Verfügung stehen soll, wie Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch am Mittwoch bestätigte.

Konkret werden die Kosten ab dem Schuljahr 2013/2014 in den allgemeinen Warenkorb hineingenommen: Mit diesem erhalten alle öffentlichen und privaten Wiener Pflichtschulen von der Stadt Geld, um Schulmaterialien wie etwa Hefte, Bleistifte, Geodreiecke, Zirkel, Materialien für den Handarbeitsunterricht oder für das technische Werken einzukaufen. Dafür stehen im kommenden Schuljahr rund 3,8 Millionen zur Verfügung. Zwar ist die Summe nicht erhöht worden, aber es werde nun die Möglichkeit geschaffen, diese Mittel auch für den Besuch von Schwimmbädern und Eislaufplätzen zu verwenden, hieß es aus dem Büro von Oxonitsch. "Ob diese Möglichkeit auch in Anspruch genommen wird, ist aber letztlich noch immer die Entscheidung des Schulerhalters", betonte eine Sprecherin.

Bei der ÖVP zeigt man sich zufrieden. "Wenn ein Kind in eine Privatschule geht, heißt das nämlich noch lange nicht, dass die Eltern Millionäre sind und sich alles leisten können", sagte Leeb.