Peking/Wien. Ist der "China-Schock" vorerst überstanden? Die chinesische Währung Yuan hat am Donnerstag den dritten Tag in Folge gegenüber Euro und Dollar abgewertet. Experten rechnen aber damit, dass die steile Talfahrt der auch Rénmínbì (Volkswährung) genannten "Volkswährung" nun bald ein Ende findet. Die Anpassung sei "im Wesentlichen beendet", sagte ein Vizezentralbankchef Zhang Xiaohui nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Die internationalen Finanzmärkte haben auf die Abwertung nervös reagiert, weil sie den Yuan-Kursverfall als Zeichen für eine sich zuspitzende Krise der chinesischen Wirtschaft gelesen hatten und mit zum Teil starken Kursverlusten reagierten. Vor allem die Papiere deutscher Unternehmen, die stark in China engagiert sind, litten. Gleichzeitig fiel der Preis für das in der Elektronik-Industrie und am Bau begehrte Kupfer sowie für Nickel, das in der Metallbranche für die Herstellung rostfreier Legierungen gebraucht wird. Die Preise für beide Metalle sind gute Indikatoren für die Robustheit der Weltwirtschaft, da sie - ähnlich wie der Ölpreis - bei guter Konjunktur steigen und bei schwacher Konjunktur fallen.

Infolge der Yuan-Schwäche werden nun Exporte von Europa nach China teurer, Importe aus China werden auf den Weltmärkten im Gegenzug billiger. Die chinesische Währung soll aber "langfristig stark bleiben", wies Zentralbankchef Zhang Xiaohui vor Journalisten in Peking die Sorgen über eine weitere Abschwächung des Yuan zurück. Es gebe keinen Grund für eine anhaltende und bedeutende Abwertung, beteuerte er. Die Tatsache, dass Zhang die Journalisten zu einer Pressekonferenz ruft, ist ungewöhnlich, die Öffentlichkeitsarbeit der chinesischen Zentralbank gilt als alles andere als offensiv: Die Pressekonferenz (die Vertreter der Notenbank stellen sich äußerst selten Journalisten) wurde hastig einberufen, berichten Korrespondenten in Peking. Die Währungshüter haben den Yuan-Kurs auf nun 6,401 Yuan je US-Dollar gesenkt, weil der offizielle Kurs sich zu lange und zu weit vom schwächeren Marktwert entfernt, was die Glaubwürdigkeit des Referenzwertes untergraben habe, erläuterte der Vizegouverneur. Mit der jetzigen Abwertung sei der Yuan "schrittweise zu seinem Marktwert zurückgekehrt". Der Wechselkurs ist damit nach der Einschätzung chinesischer Experten wieder näher bei den ökonomischen Realitäten. "Der Renminbi war um drei Prozent überbewertet", sagte Professor Huang Weiping von der Volksuniversität (Rénmín Dàxué) der Deutschen Presse-Agentur.