Wien. Es war die größte Bankenpleite in der Zweiten Republik. 2008 geriet die damalige Hypo Alpe Adria in Schieflage. Die ehemalige Kärntner Landeshypothekenbank schreibt einen Verlust von 520 Millionen Euro. Damals betrug die Bilanzsumme über 43 Milliarden Euro, großteils getragen von Krediten, von denen sich viele als notleidend herausstellen werden. Die Republik schießt 900 Millionen zu, um die Bank zu retten.

Ein Jahr später, 2009, beträgt der Jahresverlust schon 1,6 Milliarden Euro. Die Hypo braucht wieder Geld und wird in einer Notaktion verstaatlicht. Es folgen der größte Bankskandal und die teuerste Bankenrettung Österreichs; mit unzähligen Finanzstrafverfahren, die bis heute noch nicht abgeschlossen sind.

Verkauf läuft über Plan

Zumindest der Abbau wird aber aller Voraussicht nach besser ausfallen als ursprünglich befürchtet. Denn die übrig gebliebenen Vermögenswerte verkaufen sich derzeit besser als erwartet. Verhältnismäßig viel Geld haben der Verkauf der umstrittenen "Rezidencija Skiper", die Hypo-Zentrale in Klagenfurt und der Abschluss des Vergleichs mit der ehemaligen Hypo-Mutter BayernLB gebracht. Außerdem laufen die Rückzahlungen von Krediten der ehemaligen Hypo-Töchter im Ausland, vor allem in den östlichen Nachbarstaaten, besser als ursprünglich angenommen.

Da wäre zum Beispiel das Projekt Skiper. In das 120 Hektar große Luxusressort auf der istrischen Halbinsel flossen insgesamt 250 Millionen Euro. Die Bank selbst war mit 25 Prozent beteiligt. Später sollte die Staatsanwaltschaft Klagenfurt im Fall Skiper wegen des Verdachts der Untreue und der leichtfertigen Kreditvergabe ermitteln. Die Ex-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günther Striedinger wurden rechtskräftig wegen der Gewährung eines 70 Millionen Euro schweren Kredits schuldig gesprochen. 2017 wurde Skiper schlussendlich an die kroatische Unternehmensgruppe "Istrian Hotels d.o.o./Tempten Ltd." verkauft. Über den Kaufpreis wurde zwar Stillschweigen vereinbart. Die Recherche-Plattform "Addendum" berichtet aber von kolportierten 66 Millionen Euro.

Der Abschluss des Vergleichs mit der BayernLB brachte bisher von ursprünglich an Bayern gewährten 2,4 Milliarden Euro 1,4 Milliarden zurück. Österreich hat sich nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit den ehemaligen Eigentümern mittels Vergleichs geeinigt. Ende 2018 wurde auch die Hypo-Zentrale in Klagenfurt verkauft. Der Kaufpreis soll 7,7 Millionen Euro betragen haben.