Die in die Verwertungsgesellschaft Heta umgewandelte Hypo hat bereits 90 Prozent ihrer Assets, also ihrer übrig gebliebenen Vermögenswerte, verkauft. Im Vorjahr hat die Heta 670 Millionen Euro aus dem Verkauf ihrer Aktiva eingenommen. Veranschlagt waren nur 500 Millionen. Bis 2023 will die Heta 10,5 Milliarden Euro aus der Asset-Verwertung einnehmen. Das ist deutlich mehr als ursprünglich angenommen. Außerdem wird die Prognose im Mai vermutlich wieder leicht angehoben.

Keine Schnell-Verkäufe

Das alles veranlasste die Finanzmarktaufsicht (FMA) kürzlich, die Erfüllungsquote nach oben und den Schuldenschnitt für Heta-Anleihen nach unten zu schrauben. Sie geht derzeit von einer Erfüllungsquote von 85,5 Prozent statt der ursprünglich veranschlagten 64,4 Prozent aus. Der Schuldenschnitt für vorrangige Anleihen wurde damit auf 14,46 Prozent gesenkt. "Grundsätzlich hat der geordnete Verkauf unter dem BRRD/BaSAG-Regime es ermöglicht, fire-sales (Schnellverkäufe, Anm.) zu vermeiden und die Erträge - unter den gegebenen Umständen - zu optimieren", heißt es auf Nachfrage aus der FMA.

Zur Erinnerung: Nach der Umwandlung der Hypo in die Bad Bank Heta verhängte 2015 der damalige Finanzminister Hans Jörg Schelling ein Zahlungsmoratorium. Der Zahlungsstopp stützte sich auf das damals neue Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz (BaSAG), das einen Schuldenschnitt auch für private Gläubiger ermöglichte.

Bund und Land Kärnten, das wegen der horrenden Landeshaftungen in die Bredouille gekommen war, können sich über die Übererfüllung freuen. Der Heta-Effekt auf die öffentlichen Schulden (nach Maastricht, Anm.) wird für 2018 vom Finanzministerium mit minus 3,6 Milliarden Euro beziffert. Der Anteil aller (teil)verstaatlichten Abbauinstitute an den Staatsschulden ist von 3,9 auf 2,1 Prozent gesunken. Und auch Kärnten profitiert von der höheren Erfüllungsquote. "Die höhere Quote ermöglicht es dem Kärntner Ausgleichszahlungsfonds, seine Verbindlichkeiten an den Bund zur Gänze zu tilgen", erklärt ein Sprecher des Finanzministeriums. Alles in allem bleibt der Steuerzahler aber wohl auf 5,5 Milliarden Euro sitzen.

Die Heta Asset Resolution wollte trotz wiederholter Nachfrage keine Auskunft zum Asset-Verkauf erteilen. Die Geschäftsführung ließ lediglich über eine Sprecherin ausrichten, dass sie beschlossen habe, die Fragen nicht mit österreichischen Medien zu erläutern. Die Antworten seien der Schweizer NZZ exklusiv versprochen worden.