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Wien. Wer in den unendlichen Weiten des Internets bemerkt werden will, der muss dort sichtbar sein, wo die meisten Kunden ihre Customer Journey antreten - bei Google. "Die A-Lage in der digitalen Welt ist die erste Ergebnisseite der Suchmaschine Google. Wer es dorthin nicht schafft, wird vom Konsumenten schlicht nicht gesehen", steht für Rainer Will, Geschäftsführer des Österreichischen Handelsverbands, fest. Doch wie steht es um die "digitale Lage" des österreichischen Einzelhandels? Und welche Händler haben sich die besten Google-Plätze erkämpft? Diesen Fragen sind Handelsverband und Suchmaschinen-Spezialist Otago Online Consulting im Rahmen des "Digital Visibility Report 2019" nachgegangen. Zentrales Ergebnis: Österreichs große Händler sind durchwegs gut aufgestellt. So belegen die Big Player XXXLutz und Intersport jeweils Platz eins als "sichtbarste" Möbel- respektive Sporthändler.

"Dass auch für die anderen noch viel Potenzial besteht, sieht man daran, dass die Größten nicht immer die Sichtbarsten sind", macht Will den heimischen KMU Mut. So ist etwa der Parfümerie-Händler Douglas, beim Umsatz nur Fünftplatzierter seiner Branche, im Sichtbarkeits-Ranking aber klar in Führung.

Teure Optimierung

Ähnlich verhält es sich im Segment "Heimwerken & Garten": Die meisten Marktanteile in Österreich hält zwar Obi, am sichtbarsten auf Google ist aber Hornbach. "Die Website von Hornbach.at ist ein Best-Practice-Beispiel in Hinblick auf relevante Inhalte, den Einsatz von Keywords und interner Verlinkungen", lobt der Report.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Top-Positionen bei Google zu besetzen. Zum einen mittels Google Ads, bei denen jeder Klick je nach Keyword und Mitbewerber zwischen 20 Cent und zwei Euro kostet, und das unabhängig davon, ob der Konsument kauft oder nicht. Die andere Möglichkeit ist die sogenannte Suchmaschinenoptimierung (SEO), bei der man das eigene Online-Angebot im Hinblick auf die Suchmaschinen-Auffindbarkeit optimiert.

Doch wofür man sich auch entscheidet, Investitionen in die bessere Sichtbarkeit im Netz sind ein Muss, sagt Otago-Gesellschafter Markus Inzinger: "Suchmaschinen bieten für Unternehmen die Chance, genau in dem Moment sichtbar zu sein, in dem ihre Kunden einen Bedarf haben. Doch nur wer wirklich ganz oben ist, wird geklickt. Sichert man sich diesen Klick nicht, gibt man den Kunden an die Konkurrenz ab." Die gute Nachricht: Auch neben den Big Playern ist noch Platz. So ist in der Sparte Elektronikhandel zwar Branchenführer Media Markt der sichtbarste Händler, doch auch für die Konkurrenz gibt es Potenzial. "Gerade im Elektronikhandel ist das Angebot groß und der Durchblick schwierig, daher wird auch online nach Kaufberatung gesucht", so die Studienautoren. Ihr Tipp: "Mit Tests oder Produktvergleichen kann man hier punkten." Apropos Vergleich: Über alle Branchen hinweg topplatziert sind Vergleichsplattformen wie Geizhals, Idealo oder Wogibtswas.