Nach einem Jahr Corona-"Hochschaubahn" haben sich in den heimischen Unternehmen Ernüchterung und Ermüdung breit gemacht. "Der Optimismus ist weitgehend verflogen", konstatierte Harald Breit, Partner und designierter CEO von Deloitte Österreich, am Donnerstag in einem Pressegespräch. Laut einer aktuellen Deloitte-Studie, für die 250 österreichische Top-Führungskräfte befragt wurden, glauben nur mehr 27 Prozent von ihnen, dass Österreich den Aufschwung im Vergleich zu anderen europäischen Staaten "Gut" oder "Sehr gut" meistern wird. Im Sommer 2020 waren es noch 64 Prozent gewesen.

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Führungskräfte bei der Digitalisierung - "eine schmerzhafte Erkenntnis", wie Breit sagte. Über 90 Prozent der Befragten halten es für den Wirtschaftsstandort Österreich für sehr wichtig oder wichtig, Maßnahmen bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitsystem und im Bildungssektor zu setzen.

Homeschooling offenbarte Mängel

Beim Homeschooling seien die unzureichende technische Infrastruktur an den Schulen und die teilweise mangelhaften Kenntnisse des Lehrpersonals im Umgang mit digitalen Inhalten  und die digitale Vermittlung derselben zutage getreten. Durch die plötzliche Mehrbelastung von arbeitenden Elternteilen durch Kinderbetreuung werde die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wesentlich erschwert. Das habe wiederum negative Folgen für die zeitliche Verfügbarkeit von Arbeitskräften und wirke sich im Extremfall auch negativ auf deren Gesundheitszustand aus.

90 Prozent der  Befragten halten eine höhere Flexibilität des Arbeitsmarkts für sehr wichtig oder wichtig. Allgemeine Investitionsförderungen und spezielle Förderungen für Umwelttechnologien werden ebenfalls mit großer Mehrheit zu den Maßnahmen gezählt, die den Wirtschaftsstandort stärken. Als weniger wichtig werden Steuersenkungen und verstärkte Renationalisierung erachten. (ede)