Die Corona-Pandemie stellte heimische Unternehmen vor große Herausforderungen. Der Bund stellte über die eigene Förderbank, Austria Wirtschaftsservice (aws), deswegen Hilfen in Aussicht, nach eigener Ansicht mit Erfolg: 2021 erteilte die aws mehr als 255.000 Förderzusagen an heimische Unternehmen, was einer Finanzierungsleistung von 7,9 Milliarden Euro entspricht. Das ist laut aws eine Verfünfzigfachung zu 2019. Die aws gewährte Überbrückungsgarantien und Investitionsprämien, mit denen sich die Unternehmen "aus der Krise herausinvestieren" konnten, wie Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) bei der aws-Bilanzpressekonferenz am Montag in Wien sagte.

Bei den Überbrückungsgarantien bürgt der Staat über die aws fünf Jahre lang zu 100 Prozent für den Unternehmenskredit. Im vergangenen Jahr übernahm die aws Überbrückungsgarantien für Unternehmen in der Höhe von 418 Millionen Euro. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt 21.400 Überbrückungsgarantien in Höhe von vier Milliarden Euro zugesagt.

2020, als die Pandemie ausbrach und die Wirtschaftshilfen anrollten, gab es Startschwierigkeiten für die aws-Maßnahmen. Manche Banken weigerten sich, trotz Garantie Kredite zu gewähren, weil sie Zahlungsausfälle fürchteten. Auch 2021 geht so manches Finanzinstitut auf Nummer sicher: Obwohl in den Förderrichtlinien der aws von einer Endfälligkeit des Kredits die Rede ist, verlangen die Hausbanken beispielsweise dennoch eine quartalsweise Rückzahlung — für Unternehmen eine Frage der (kurzfristigen) Liquidität. "Auf Verhandlungen zwischen Bank und Kunde, etwa wenn es um Kreditsummen oder um den Modus der Rückzahlung geht, hat die aws keine Handhabe", heißt es dazu auf Anfrage. "Stundungen sind aber aus unserer Sicht jederzeit und unkompliziert möglich", hieß es aus der aws-Presseabteilung.

2022 will die aws einen Schwerpunkt auf Cybersicherheit setzen. Dafür soll es ab 1. April ein eigenes Förderprogramm für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) geben, bei dem der Zuschuss der aws 40 Prozent des beantragten Projekts betragen soll. Als Grund für die Maßnahme nannte Ministerin Schramböck den erwarteten Rückschlag Russlands auf die Wirtschaftssanktionen, die infolge des Angriffskriegs auf die Ukraine weltweit erfolgten.

KMU scheuen Kosten

Tatsächlich sind KMU vor Cyberkriminalität schlechter geschützt als große Unternehmen, weil "Know-how fehlt und aus Kostengründen oft auf Spezialisten verzichtet wird", sagte Gerhard Kortschak, Sprecher der IT-Security Experts Group der WKÖ, schon im Februar. Damals hatte die Warnung aber noch nichts mit Russland zu tun. 2021 waren 60 Prozent der KMU von Cybercrime betroffen, vor der Pandemie — und der Abwanderung der Mitarbeiter ins Homeoffice — waren es noch knapp zwölf Prozent.

In Deutschland wächst die Sorge, dass kritische Infrastruktur Angriffsziel von russischen Hackern werden könnte. Gleichzeitig setzt Russland derzeit alles daran, sein Internet abzuschotten.