Im Leerlauf: Wer ständig auf Anweisungen warten muss, ist unproduktiv . - © Mango Productions/Corbis
Im Leerlauf: Wer ständig auf Anweisungen warten muss, ist unproduktiv . - © Mango Productions/Corbis

Wien. Womit sind Arbeitnehmer während ihrer Arbeitszeit tatsächlich beschäftigt? Wie viel Zeit verwenden Manager für Führungsaufgaben? Und was hat das mit der Produktivität des Unternehmens zu tun?

Antworten darauf liefert die kürzlich erschienene Studie "Kosteneffizienz durch Wertschöpfung", für die die Managementberatungsfirma Factor P 110 mittelständische Produktionsunternehmen untersucht hat. Das zentrale Ergebnis fasst Studienautor und Factor-P-Geschäftsführer Alexander Maier so zusammen: "Bei den gewerblichen Mitarbeitern ist 40 Prozent der Arbeitszeit nicht wertschöpfend, und im administrativen Bereich ist dieser Anteil mit 46 Prozent sogar noch höher." Mit anderen Worten: Beinahe die Hälfte der Arbeitszeit wird mit Tätigkeiten vergeudet, die nichts zur Herstellung eines Produktes oder zu einer Dienstleistung beitragen.

Warten, Suchen, Fragen

Stattdessen herrscht Leerlauf, weil man auf Anweisungen des Vorgesetzten wartet, wichtige Unterlagen sucht oder die Anfrage eines Kollegen nicht verstanden hat und deshalb mehrmals Rücksprache halten muss. Tatsächlich ortet die Studie in der Informationsbeschaffung das größte Problem, macht sie doch bis zu 30 Prozent der nicht-wertschöpfenden Arbeitszeit aus.

Die Hitliste der Zeitfresser für gewerbliche Arbeiter wird von Wege und Transport (24 Prozent), Mehrarbeit wegen Qualitätsproblemen (23 Prozent) und Warten auf Anweisungen (12 Prozent) komplettiert. Bei den Büroangestellten geht ein Viertel der nicht-wertschöpfenden Arbeitszeit für Mehrarbeit drauf, die durch unklare Verantwortlichkeiten entstehen, 14 Prozent für Fehlerkorrekturen und acht Prozent für unnötige Dokumentation.

Unproduktive Österreicher

Doch auch in Österreich ist die Vergeudung von Arbeitszeit ein weit verbreitetes Problem. In heimischen Unternehmen wird pro Jahr an durchschnittlich 84 Tagen unproduktiv gearbeitet. Zu diesem Ergebnis kommt die Produktivitätsstudie 2013 der Unternehmensberatung Czipin Consulting. "Bei 220 gesetzlichen Arbeitstagen im Jahr bedeutet das, dass gut ein Drittel der Arbeitszeit vergeudet oder nicht sinnvoll genützt wird", belegt die Studie. Wer glaubt, dafür seien vor allem faule Mitarbeiter verantwortlich, der irrt. "Schuld daran sind Fehler bei Management und Planung", so Geschäftsführer Alois Czipin.