Weber, selbst Lehrbeauftragter im genannten Fachbereich, nennt den Fall eines Bakkalaurats-Absolventen, dessen Arbeit offenkundig aus dem Internet kopiert wurde. Die Fachbereichsleitung habe die Arbeit aber positiv beurteilt und sei dem Hinweis Webers auf ein Plagiat nicht nachgegangen. Weber, der unlängst ein anderes Plagiat aufdeckte (siehe Wiener Zeitung, 17. August 2005), was für den Plagiator den Verlust des akademischen Grades zur Folge hatte, verweist auf die Universität Münster. Dort wurden kürzlich neue Plagiatsrichtlinien eingeführt, die eine Strafe von bis zu 50.000 Euro vorsehen. Dagegen reagiere man in Salzburg mit Schweigen und Vertuschung. Dafür macht Weber die zuständige Professorin, Ingrid Paus-Hasebrink, verantwortlich.

Weiters distanziert sich Weber "in aller Schärfe" von einem Vortrag von Elisabeth Klaus, einer anderen Professorin. Was sie nach seinen Angaben bei einem Lektoren-Treffen als aktuelles "Forschungsprojekt" des Instituts vorstellte, seien "triviale ,Forschungsergebnisse unter Missachtung aller Regeln der empirischen Sozialforschung" gewesen. Zu einer ORF-Krimiserie wurden gezählte elf Österreicherinnen und Österreicher befragt. Live abgespielte O-Ton-Ausschnitte im Dialekt wurden von einer Professorin als "qualitative Interviews" bezeichnet. "Das Niveau unterbot jede mediokre Proseminar-Leistung deutlich", kritisierte Weber, der feststellte: "Das Niveau am Salzburger Fachbereich hat mit dieser Powerpoint-Show einen neuen Tiefpunkt erreicht.".

Der stellvertretende Fachbereichsleiter, Professor Kurt Luger, wies "im Namen des gesamten Fachbereichs" Webers "diskreditierende Äußerungen", die einer "Insultierung" gleich kämen, "in aller Deutlichkeit" zurück. Im Falle des Plagiatvorwurfs sei Weber ausführlich dargestellt worden, dass am Fachbereich bereits seit geraumer Zeit eine Form der Kontrolle bestehe. Eine lückenlose Aufdeckung sämtlicher Plagiatsfälle sei aber damit nicht möglich. Der Vorwurf an Paus-Hasebrink, sie würde einen Fall "vertuschen", sei völlig haltlos. Es läge an Weber den Namen des Plagiators zu nennen, damit weitere Schritte eingeleitet werden könnten.

Im Falle von Elisabeth Klaus sei keine Rede von einer "Institutsstudie", es handle sich um eine "Exploration, die als Werkstattbericht vorgestellt wurde". Die Beispiele im O-Ton seien nie als "qualitative Interviews" ausgegeben worden und dem launigen Anlass des Treffens entsprechend präsentiert worden. Luger schließt mit dem Wunsch, Weber möge künftig in der Lage sein, die Formen des zwischenmenschlichen Umgangs zu wahren.