Androsch sprach die Hoffnung aus, dass bei den Regierungszielen sich nicht "die Erfahrung von vor zwei Jahren wiederholt". Damals habe die Regierung in einem Ministerratsbeschluss "alles, was man sich wünschen konnte" abgesegnet, aber nicht umgesetzt.

Technologiepark geplant

Das Beratungsgremium gibt der Regierung elf Empfehlungen. Neben der Ausarbeitung einer Forschungsstrategie bis 2030 solle ein politischer Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung des FTI-Systems gesetzt werden. Das Fördersystem müsse einfacher und effizienter gestaltet, die Unternehmensgründung vereinfacht und das Bildungssystem optimiert werden. Für Androsch, Initiator des Bildungsvolksbegehrens 2011, werden im Bildungsbereich des Programms "die pädagogischen Grauslichkeiten von zuletzt fortgesetzt, Chancengleichheit und soziale Durchlässigkeit nicht erreicht".

Weiters empfiehlt der RFT eine strukturelle Weiterentwicklung des Hochschulsystems, etwa durch eine stärkere strategische Abstimmung der Aufgaben von Unis und Fachhochschulen. Die Hochschul-Ausgaben und die kompetitiv vergebenen Mittel für Grundlagenforschung sollten ebenso wie die Effektivität der Forschungsförderung erhöht werden. Schließlich sollte der Stellenwert von Wissenschaft gehoben werden. "Es ist der Politik und der Öffentlichkeit nicht bewusst, wie wichtig Forschung ist", betonte Androsch. Sehr optimistisch ist er aber nicht: "Es ist nicht abzusehen, dass aus den nicht goldenen Zehner-Jahren die Roaring Twenties werden, sondern zu befürchten, dass wir weiterwurschteln werden", sagte er.

Als Aufsichtsrats-Chef des Austrian Institute of Technology berichtete Androsch, dass er Pläne für einen Innovations- und Technologiepark in Wien-Floridsdorf verfolgt. Auf ungenützten Gründen von Siemens könnte eine Einrichtung mit Schwerpunkt Digitalisierung und Künstliche Intelligenz entstehen, erklärte er. Die Kosten bezifferte er mit "etwa 50 Millionen Euro in fünf Jahren".(est)