Wien. 4,8 Milliarden Euro an Förderungen hat die Forschungsförderungsgesellschaft FFG in den zehn Jahren ihres Bestehens für 24.400 Projekte bewilligt. Diese Zahlen nannte Österreichs größte Förderagentur für angewandte und unternehmerische Forschung am Dienstagnachmittag beim diesjährigen FFG-Forum.

Im Zuge der Forschungsreform fusionierte die Bundesregierung im September 2004 wirtschaftsnahe Fördereinrichtungen zur Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Seitdem vergibt diese zentrale Förderstelle nationale und europäische Mittel für forschungs- und technologieintensive Klein- und Mittelbetriebe, Industrieunternehmen, Spitzenforschung und Humanressourcen. Beispiele, die bei der Veranstaltung präsentiert wurden, sollten die Wirkung veranschaulichen: So kommen zwei von drei Biomassefeuerungen in Deutschland aus Österreich und ist jeder zweite Arbeitsplatz in den Erneuerbaren Energien im Bereich fester Biomasse angesiedelt. Weiters rangieren heimische Biotech-Unternehmen im Spitzenfeld, ein Drittel entwickelt Anti-Infektiva und Impfstoffe. "Die Zahl der innovativen Unternehmen hat sich verdoppelt", bilanzierte FFG-Geschäftsführerin Henriette Egerth: "Österreich besetzt Nischen als weltweiter Technologieführer."

Trotz der Erfolge belegt Österreich im European Innovation Scoreboard nur Platz 10 und ist somit weit entfernt von seinem Ziel, bis 2020 zu den Top-Innovatoren der EU zu zählen. "Es ist wichtig, die industriepolitische Wirkung von Forschungsförderung noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Wir dürfen auch den Aspekt sicherer, langfristiger, strategisch wichtiger Arbeitsplätze nicht aus den Augen verlieren", betonte FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner. Um das Programmportfolio weiterzuentwickeln, "braucht es entsprechende Mittel. Eine Forschungsförderungsgesellschaft ist nur so wirksam, wie sie konstant auf die nächsten Jahre Budget und Instrumente zur Verfügung hat", sagte Pseiner. Bei Technologieminister Alois Stöger fand er Anklang. Dieser betonte: "Wir müssen die industrielle Technologie stärken und Forschungsergebnisse rascher in die Umsetzung bringen." Und Vizekanzler und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner: "Um die Wissensgesellschaft auszubauen, braucht es eine entsprechende Finanzierung und Unterstützung der Forschungseinrichtungen."

Aufgrund der teuren Produktentwicklung finden in Österreich immer noch zu wenige Forschungsergebnisse in den Markt. Eine weitere Herausforderung sieht Pseiner in der Internationalität außerhalb Europas: "Es ist nicht mehr zeitgemäß, von Österreich oder Europa allein als Forschungsraum zu sprechen", sagte er: "Wir müssen Klein- und Mittelbetriebe in innovative, expandierende Märkte begleiten."