Durch den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg war ihr Aufstieg und ihr Durchbruch zur globalen Wirtschaftsmacht vorprogrammiert. Der Dollar als Leitwährung löste den britischen Sterling-Block allmählich und geräuschlos ab. Die USA scheuten in Nachfolge und Tradition des British Empire, welches das portugiesische, niederländische und spanische Kolonialreich sowie das Empire Napoleons und das wilhelminische Deutschland besiegen konnte, auch nicht die Auseinandersetzung mit hegemonialen Konkurrenten und imperialen Rivalen (Spanien, das deutsche Kaiserreich, NS-Deutschland, das britische Empire und zuletzt die Sowjetunion). Wobei man sich fragt, ob sie nunmehr mit der Herausforderung der neuen Weltmacht China noch zurande kommen, zumal das Leitmotiv der US-Politik nach Expansion an Grenzen stößt wie auch die Kombination von global-imperialem Anspruch und Verheißung der Demokratie nicht mehr funktioniert. Der aktuelle Präsident hat alle Hände voll zu tun, "Amerika wieder groß zu machen".

Weltpolitisches Fazit

Die Region Ostasien mit China und Japan verweilte nach 1918 in einer Art Wartestellung. Nach der von westlicher Seite verweigerten internationalen Anerkennung 1919 und dem damit verzögerten politischen Durchbruch folgten zwei antagonistisch-imperiale Gegenentwürfe: das Kriegsimperium Japans in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, welches scheitern und mit den beiden US-Atombombenabwürfen symbolisch und praktisch dem Erdboden gleichgemacht, aber auf kompensatorischem und rekonstituierendem Wege nach 1945 in ökonomischer Hinsicht eine globale Weltmacht werden sollte, während China ab den 1980er Jahren schrittweise zu einem Weltwirtschaftsimperium des 21. Jahrhunderts aufstieg - mit einem infrastrukturellen und ökonomischen Ausgreifen in Richtung Westen in Form von zwei Seidenstraßen-Projekten.

So spiegeln sich in den Jahren von 1917/18 bis 1920 nicht nur Entwicklungslinien der europäischen, sondern auch weite Teile der Weltgeschichte von zunächst noch scheinbar nebeneinander bestehenden Erdteilen wider, die jedoch immer stärker wechselseitig verbundene und vernetzte Globalgeschichte schreiben sollten.