Als dann 1932 der US-amerikanische Filmproduzent Carl
Laemmle Jr. nach Rollen für den als Frankensteins Monster zum Horror-Star gewordenen Boris Karloff suchte, verfiel er auf die Idee einer lebendig werdenden Mumie. Drei Fortsetzungen (teilweise mit anderen Darstellern) folgten.

1959 war es in den britischen Hammer-Studios ein ähnlicher Vorgang: Christopher Lee hatte eben als vampyrischer Graf Dracula eben Blutstropfen von seinen Vipernzähnen tropfen lassen und damit gehörig für Schaudern zum kühlen Sexappeal gesorgt - und nun? Also spielte er die Mumie. Auch diesmal gab’s drei Fortsetzungen (auch hier mit teilweise anderen Darstellern).

Ganz ehrlich? - Karloff und Lee waren sicher sehr gut. Aber war das wirklich guter Gruselstoff oder eher eine Mischung aus Melodramatik mit Horror an der Grenze zur Lächerlichkeit?

Der Kinderschreck

Irgendwie ist es doch symptomatisch, dass der österreichische Dichter H.C. Artmann Dracula und Frankenstein surreal poppig aufmischte, die Mumie jedoch nur mit einem "Kindergedicht" bedachte: "ich bin die liebe mumie / und aus ägypten kumm i e, / o kindlein treibt es nicht zu arg, / sonst steig ich aus dem sarkopharg...".

Dementsprechend war die 1999 gestartete "Mumie"-Filmtrilogie auch keine ganz ernste Angelegenheit, sondern liebäugelte, bei aller tricktechnischen Offensive, mit dem Trash.

Der eigentliche Horror waren eben doch die Medikamente aus Mumien und das Auswickeln.

Und die eigentliche Ehrung, was nun auch die Schweizer Wissenschafter mit den 50 Mumien machen werden: akribische Forschung fern aller Sensationslust.

Vielleicht sollte man freilich die Toten auch unangetastet ruhen lassen.