Welchen Stellenwert hat Multitasking in der Evolution?

Nicht Multitasking, sondern Kooperation ist das Erfolgskonzept. Kooperation verlangt aber ein gewisses Multitasking gegenüber dem Mitmenschen. In humanem Multitasking sind wir gut, aber sachlich sind wir unfähig, vieles gleichzeitig zu machen.

In Ihrem Buch "Wenn nicht jetzt, wann dann?" nennen Sie Handlungsfelder für die Weltpolitik. Was steht zum Jahreswechsel 2019 an?

Die Menschheit müsste von allem weniger machen. Wir haben ein hohes Wirtschaftswachstum, eine immer höhere Mobilität und in praktisch allen Bereichen, die Energie schlucken, zeigen die Kurven nach oben. Wenn es uns in Europa, in den USA, Japan, Australien und China gelänge, mithilfe einer wesentlich gelasseneren, gemütlicheren, langsameren Lebensart weniger zu verbrauchen, würde sich das sofort auf die Klimabilanz schlagen.

Konkret?

Wir müssen raus aus fossilen Ressourcen ohne gleichzeitig einen Riesensektor aufzumachen, der wieder mehr Energie verbraucht, indem wir uns mit Elektromobilität weiter beschleunigen. Denn auch damit brauchen wir nur immer mehr Ressourcen, um unsere intensive Zeitnutzung durchführen zu können. Zeit und Energie hängen unmittelbar zusammenhängen und ich bin ziemlich überzeugt davon, dass die Technik, die uns das Schlamassel eingebrockt hat, nicht die Lösung liefert. Sondern Verhaltensänderungen führen aus der Katastrophe heraus. Und ein Verantwortungsgefühl für die Mitwelt.