Wien. Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Die Krankheit gilt als unheilbar. Ein internationales Forschungsteam bietet Hoffnung. Es hat eine entscheidende Ursache von AMD identifiziert. Ein Protein, das an der Regulation des Immunsystems beteiligt ist, wird bei AMD-Patienten stärker gebildet.

Makula-Degeneration verringert die Sehfähigkeit allmählich. Millionen von Menschen sind von der Erkrankung der Netzhaut, die typischerweise im fortgeschrittenen Alter auftritt, betroffen. Bei der trockenen Version sterben Pigmentzellen der Netzhaut ab, bei der feuchten Form wachsen Blutgefäße in sie hinein. Das Fortschreiten der feuchten Form lässt sich abbremsen, gegen die häufigere, trockene Variante gibt es jedoch keine Behandlung. Beide haben genetische Veranlagungen und Fehlfunktionen des Immunsystems im Auge als Ursache.

Ansatzpunkt für Therapien

Vor diesem Hintergrund hat das Team die Bedeutung eines Proteins namens FHR-4 untersucht, das bei der Abwehr von Infektionen eine Rolle spielt. Untersuchungen an 484 AMD-Patienten und 522 gleichaltrigen Kontrollpersonen zeigten, dass die Erkrankung mit einer erhöhten Konzentration von FHR-4 im Blut verbunden ist. Offenbar sammelt sich das Protein im Auge an und kommt laut den Forschern speziell in der Makula vor. Zudem sind höhere FHR-4-Spiegel im Blut mit Veränderungen an Genen, die für die Produktion von Proteinen aus dieser Familie zuständig sind, verbunden.

Weiters führen vererbte genetische Veränderungen zu einem erhöhten FHR-4-Spiegel im Blut, der die Immunreaktionen im Auge aktivieren kann. Dies steht am Anfang der Entwicklung beider AMD-Formen. Die Ergebnisse liefern laut den Forschern Ansatzpunkte für die Entwicklung von neuen Diagnose-, Behandlungs- und Prognoseverfahren.(est)