Wien.

Pro Jahr erkranken rund 5200 Österreicherinnen an Brustkrebs. - © © Image Source/Corbis
Pro Jahr erkranken rund 5200 Österreicherinnen an Brustkrebs. - © © Image Source/Corbis
Eine Schwangerschaft stellt für Frauen mit Brustkrebs kein Risiko dar. Außerdem scheinen Patientinnen, die schwanger werden, länger zu überleben. Mit diesem Studienergebnis ließen Wissenschafter bei der 8. Europäischen Brustkrebskonferenz (EBCC-8) am Mittwoch in Wien aufhorchen. Demnach erhöht entgegen früheren Befürchtungen eine Schwangerschaft den Östrogenspiegel im Körper nicht und bewirkt kein Wiederauftreten der Erkrankung. Als Schutz kann dies aber nicht gesehen werden, betonte Hatem A. Azim Jr. vom Jules Bordet Institut in Brüssel.

Auch bei Frauen im gebärfähigen Alter ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung. Da heute viele Frauen erst später eine Familie gründen und sich die Überlebensrate beim Mammakarzinom verbessert hat, steigt die Zahl der Patientinnen, die nach Beendigung der Therapie noch Kinder bekommen wollen.

Eine von acht Frauen


Insgesamt erkranken in Österreich pro Jahr rund 5200 Frauen, 1500 sterben an Brustkrebs. "Eine von acht Frauen ist einmal in ihrem Leben mit dieser Diagnose konfrontiert", erklärt Kongress-Organisator Michael Gnant von der Uniklinik für Chirurgie der Medizinischen Universität Wien.

Angesichts dessen wird in Österreich seit einiger Zeit mit Hochdruck an der Einführung eines systematischen Brustkrebs-Früherkennungs-Programms gearbeitet. Ab 2013 werden alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren regelmäßig alle zwei Jahre in einem persönlichen Brief der jeweiligen Krankenkasse zur Mammografie-Untersuchung eingeladen. Das Spezielle am heimischen Programm: Zusätzlich zur Mammografie ist, anders als in anderen europäischen Ländern, bei dichtem Brustgewebe eine Ultraschall-Untersuchung vorgesehen.

Frauen ab dem 50. Lebensjahr, deren Brüste einen hohen Anteil an dichtem Drüsengewebe aufweisen, haben ein erhöhtes Rückfallrisiko beim Mammakarzinom, erklärten schwedische Forscher. Die Brustdichte variiert von Frau zu Frau und nimmt mit dem Alter ab. "Aus Studien wissen wir, dass diese Abnahme der durchschnittlichen mammografischen Dichte rund zwei Prozent jährlich beträgt", erklärte Louise Eriksson vom Karolinska Institut in Stockholm. Die Studie zeige, dass die Brustdichte vor beziehungsweise zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose auch später noch berücksichtigt werden sollte, etwa bei der Entscheidung über eine adjuvante Therapie - also nach der Erstbehandlung - und über die Nachbetreuung.