Canberra/Wien. Australische Astronomen haben einen besonders starken einmaligen Radioblitz eingefangen, von dem sie erstmals die genaue Ursprungsgalaxie ausmachen konnten. Diese konnte mit drei der weltweit größten Teleskope abgelichtet werden. "Das ist ein Durchbruch, auf den wir seit der Entdeckung solcher Radioblitze gewartet haben", betont Keith Bannister von der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation im Fachblatt "Science".

Mit Radioteleskopen lässt sich aus dem Weltall kommende Radiofrequenzstrahlung messen. Während wir Radiowellen auf der Erde zur Funkübertragung nutzen, geben sie im Weltall etwa Aufschluss über die Existenz von Sternen und Galaxien. In den letzten zwölf Jahren hat eine Jagd nach solchen Ereignissen 85 solche ins Netz gehen lassen. Manche von ihnen waren einmalig, eine kleine Fraktion davon sind Wiederholungstäter aus demselben Ursprung. 2017 fanden Astronomen die Heimatgalaxie eines solchen Wiederholungstäters, doch war es bisher nicht gelungen, Einmalereignisse zurückzuverfolgen. Besonders kurze Radiowellen dauern weniger als eine Millisekunde. Doch die Forscher stellten sich weiter der Herausforderung.

Der Techniker Bannister entwickelte mit seinem Team eine neue Technologie, um Daten des Australian Square Kilometre Array Pathfinder (ASKAP) innerhalb nur einer Sekunde nach ihrem Eintreffen auf das Teleskop praktisch einzufrieren und zu sichern. Damit war es möglich, den Radioblitz FRB 180924 zu lokalisieren. Die Karte zeigt den Blitz, der aus einem Randgebiet einer milchstraßengroßen Galaxie rund 3,6 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt auftauchte.

Bannister stellt die Genauigkeit dieser Entdeckung in der Publikation recht bildhaft dar: "Würden wir auf dem Mond stehen und zur Erde schauen, würden wir nicht nur sagen können, aus welcher Stadt der Blitz kommt, sondern sogar den Häuserblock."

Um mehr über die Galaxie herauszufinden, lichtete das Team diese mit dem Very Large Telescope des European Southern Observatory in Chile ab, Mit dem Keck Teleskop auf Hawai und dem Genini South Telescope in Chile wurden die Distanzen gemessen. Mit Hilfe der Radioblitze lässt sich die Materiemasse im intergalaktischen Raum feststellen, so Jean-Pierre Macquart vom International Centre for Radio Astronomy and Research. Warum Radioblitze überhaupt entstehen, ist noch unklar. Mit dieser Messung könnten die Astronomen dem Rätsel jedoch einen großen Schritt näher gekommen sein.