Hohe Gewinne auf Kosten
der Mieter nicht gerechtfertigt

Dies, da der Gesetzgeber der Meinung ist, dass jede erbrachte Leistung im Einklang mit ihrer Entlohnung stehen muss. Es scheint eben nicht sozial gerechtfertigt, wenn Unternehmen hohe Gewinne auf Kosten der Mieter anhand eines sozial-politischen Instruments erwirtschaften, die eigentlich als kostenlose Unterstützung für die Mieter in Zeiten steigender Mieten angedacht wurde.

Die Tendenz der vergangenen Jahre ist steigend. Manche Mandanten berichten sogar über Fälle, in denen sich das Erfolgshonorar nicht nur vom erstrittenen Betrag, sondern auch vom künftig ersparten Mietzins berechnet.

Im Falle der Inanspruchnahme einer derartigen Organisation ist auch darauf hinzuweisen, dass die Organisation zwar das Verfahren vor der Schlichtungsstelle durchführt, dann aber (oft) nicht mehr ein eventuell anschließendes Verfahren vor dem Bezirksgericht. Denn es steht schließlich jedem frei - sowohl Mieter als auch Vermieter, der sich mit der Entscheidung der Schlichtungsstelle nicht zufriedengibt -, das Gericht anzurufen.

Ferner ist darauf hinzuweisen, dass diese Organisationen beziehungsweise Internet-Portale zwar das Verfahren vor der Schlichtungsstelle zwecks Mietzinsreduktion durchführen, die Mieter aber nicht über ihre sonstige Gesamtsituation anhand des Mietvertrages beraten (dürfen). Denn die rechtliche Beratung betreffend die Gesamtsituation und die sonstigen Rechtsprobleme des Mieters ist den Rechtsanwälten vorbehalten.

Aus diesem Spannungsfeld ergeben sich manchmal Situationen, die den Mieter sehr wohl in Schwierigkeiten bringen können: Die Organisationen müssen zum Beispiel nicht darauf hinweisen, dass eine Mietzinsreduktion sehrwohl möglich ist, falls der Mieter das Reduktionsverfahren aber einleitet, der Vermieter den befristeten Mietvertrag nach Ablauf höchstwahrscheinlich nicht verlängern wird.

Ferner müssen diese Organisationen auch nicht darüber aufklären, dass zu erwarten ist, dass der Vermieter die Kaution (vielleicht) einbehält oder bereits angedachte Verbesserungen des Mietgegenstandes nicht vornehmen wird, sodass weitere kostspielige rechtliche Schritte seitens des Mieters notwendig wären.

Sollte der Mieter beispielsweise bis dahin - auch nur ansatzweise - einen Kündigungsgrund gesetzt haben, der nicht unbedingt die Nichtzahlung des Mietzinses sein muss, muss ebenso aufgeklärt werden, dass der Vermieter diesen Kündigungsgrund mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgreifen und geltend machen wird. Der Kündigungsgrund kann dabei genauso die Nichtbenutzung des Mietgegenstandes oder aber die nicht erlaubte Weitervermietung der Wohnung sein.