Initiativen wie jene der AK Wien werden voraussichtlich nur einen - wichtigen und, wie die Reaktionen zeigen, mutigen - Anfang darstellen. So sind ihre Fragen etwa auch für alle anderen Aktionäre der Unternehmen von großem Interesse, geht es bei ihnen doch letztlich um das Thema der langfristig verantwortungsvollen Unternehmensführung und -steuerung.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl anderer Stakeholder, die Ähnliches interessieren könnte. International sind derartige Initiativen daher längst üblich: Ende 2018 haben sich etwa große internationale Nichtregierungsorganisationen wie WWF oder Transparency International mit einer gemeinsamen Stellungnahme an den EU-Gesetzgeber gewandt, die ebenso eine Verbesserung der Berichtspraktiken bezweckt. Es gibt für sie genug relevante Themen in den nichtfinanziellen Berichten zu finden, so diese mit entsprechender Ernsthaftigkeit erstellt werden.

Es ist daher nicht auszuschließen - der Sache wegen sogar wünschenswert -, dass andere Gruppen in den nächsten Wochen ähnliche Fragen an die Investor-Relations-Abteilungen, also die Finanzkommunikation der Unternehmen richten; oder sie im Rahmen der Hauptversammlungen vorbringen. Schließlich ist es ihr Recht, entsprechend klare Auskünfte über für sie entscheidende Themen einzufordern. Verantwortungsvolle Unternehmensvertreter können die Antwort hierauf wohl nicht verwehren. Tun sie das doch, so ist es nur eine besonders deutliche Antwort - auf die noch viele weitere und viel kritischere Fragen folgen müssten. Spätestens bei der Vergütung und Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

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