- © JackF - stock.adobe.com
© JackF - stock.adobe.com

Die bunt gemischten Pärchen bei "Dancing Stars" sind Geschichte: In der Vorwoche wurden unter den Blicken von rund einer Million Zusehern Ex-Skiläuferin Elisabeth "Lizz" Görgl und Profitänzer Thomas Kraml als das Siegerpaar gekürt. Ebenfalls in der Vorwoche feierte das Stück "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" von Richard Alfieri im Burgtheater Premiere. Veranstaltungen wie diese rücken eine Branche ins Blitzlicht, mit der die meisten ÖsterreicherInnen meist schon in zartem Jugendalter mehr oder minder freiwillig Bekanntschaft gemacht haben: Die Profitänzer, deren Aufgabe es ist, die diversen "Promis" an ein herzeigbares Tanzniveau heranzuführen, sind vielfach geprüfte Tanzlehrer mit mehrjähriger Berufsausbildung, die in Tanzschulen unterrichten. Eine gute Gelegenheit, einen genaueren Blick auf diese Branche zu werfen.

In vier Bundesländern (Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark) sind Tanzschulen ein landesgesetzlich reglementiertes Gewerbe. Das bedeutet:

Tanzschulen unterrichten Gesellschaftstänze, wobei der Begriff in der ÖNORM D 1150 definiert wird

Klaus Christian Vögl ist als Jurist und Fachexperte Geschäftsführer der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe der Wirtschaftskammer Wien. - © privat
Klaus Christian Vögl ist als Jurist und Fachexperte Geschäftsführer der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe der Wirtschaftskammer Wien. - © privat

behördliche Bewilligung für den Betrieb, stationär/ambulant

Berechtigung erstreckt sich auch auf Perfektionen und die Erteilung von Unterricht in Anstandslehre

Bezeichnungsschutz für "Tanzschule", "Tanzlehrer", "Tanzmeister"

besondere Anforderungen an den Betreiber (zumindest fachliches Tanzlehrer-Niveau)

ausnahmslos Einsatz geprüfter Tanzlehrer im Tanzunterricht

Einsatz von Tanzlehrassistenten (Tanzlehrern in Ausbildung) als Hilfskräfte, nicht für den selbständigen Unterricht

behördlich genehmigte Betriebsstätte, gegebenenfalls auch behindertentauglich

Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer (Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe), wobei es in der Steiermark zusätzlich einen Pflichtverband gibt, in dem die Inhaber von Tanzschulen und ihre Tanzlehrer gemeinsam Mitglieder sind.

Kommissionelle Aufnahmeprüfung

Wie wird man geprüfter Tanzlehrer? Der dem Meistersystem entsprechende berufliche Werdegang ist in der ÖNORM D 1150 über Mindestanfordernisse an die Berufsausbildung von Tanzlehrern und Tanzmeistern geregelt. Der angehende Tanzlehrer muss sich bei der Ausbildungsorganisation (das ist die Tanzlehrakademie des Verbandes der Tanzlehrer Wiens) einer kommissionellen Aufnahmeprüfung unterziehen, bei der sichergestellt wird, dass Tanzlehrkandidaten am Beginn der Ausbildung namentlich aufgezählte Gesellschaftstänze in tänzerisch einwandfreier Weise beherrschen.