Wien. Zum Global Warming (der globalen Erwärmung) gesellt sich das Global Weirding (globales Durcheinander): Die Temperatur steigt, gleichzeitig nehmen Extreme wie Dürre, Hochwasser und Sturm zu. Schuld daran ist der Klimawandel, bedingt durch Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2). Damit gehen nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Konsequenzen einher, die bereits jetzt spürbar sind. Die Kosten, die der Klimawandel Österreichs Volkswirtschaft beschert, liegen aktuell bei einer Milliarde Euro pro Jahr - 2050 werden es 8,8 Milliarden sein. Das besagt die im Auftrag des österreichischen Umweltministeriums und des Klima- und Energiefonds erstellte, weltweit erste Studie dieser Art zu den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels.

"Der Klimawandel ist trotz aller Anstrengungen unumkehrbar", sagte Umweltminister Andrä Rupprechter am Donnerstag anlässlich der Präsentation der Studie mit dem Namen "Coin" ("Cost of Inaction"). "Er ist daher ein gesellschaftliches Problem, das uns langfristig beschäftigen wird."

Erwärmung in Österreich besonders stark


Bereits jetzt ist es in Österreich um fast zwei Grad Celsius wärmer als 1880. Klimaforscher warnen, dass die Temperatur bis Ende des Jahrhunderts um weitere drei Grad steigen wird. Österreich ist besonders stark von der Erwärmung betroffen, weltweit ist die Temperatur seit 1880 um nur 0,85 Grad Celsius gestiegen. Das ist der Forscherin Helga Kromp-Kolb zufolge darauf zurückzuführen, dass unser Land zu einem großen Teil von der Alpenregion eingenommen wird. Diese reagiere extrem sensibel auf Sonne, weil die Flächen, die sich durch die Bestrahlung erwärmen können, aufgrund der Berge größer sind. Ein Teufelskreis, werden doch die Alpen durch die schrumpfenden Gletscher dunkler - und dadurch leichter aufheizbar.

Was bedeutet das jetzt konkret für Österreichs Volkswirtschaft - woraus setzen sich die Kosten zusammen? Ein wesentlicher Faktor war zuletzt vor Weihnachten Thema: der Schneemangel in den Skigebieten und damit Einbußen im Wintertourismus. Der Wintereinbruch kam Wochen zu spät. "Schon bei einem moderaten Klimawandel könnte es bis 2050 zu einem Minus im Wintertourismus von mehr als einer Million Übernachtungen jährlich kommen", so die Studie.

Schneemangel bedingt Einbußen im Wintertourismus


Durch den Schneemangel nehmen nicht nur die Einnahmen ab - sondern auch die Ausgaben zu: 20.000 Schneekanonen laufen derzeit in Österreich. Im Jahr 2007 waren es europaweit 3000, so die Angaben des Klima- und Energiefonds. Die Zahl ist regelrecht explodiert. Das kommt teuer, wenn man bedenkt, dass eine Schneekanone rund 35.000 Euro kostet - Strom und Wasser noch nicht mitgerechnet.